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Minecraft Server installieren

In diesem Artikel erklären wir dir, wie du einen Minecraft Server auf einem KVM-Server installierst.

Diese Anleitung richtet sich an Nutzer, die Minecraft nicht über das INSTANTPANEL betreiben möchten, sondern den Server selbst auf einem eigenen Linux-Server einrichten.

Voraussetzungen

Für die Installation benötigst du:

  • einen KVM-Server mit Linux

  • SSH-Zugriff auf den Server

  • Root-Zugriff oder einen Benutzer mit sudo-Rechten

  • eine Minecraft Java Edition Server-Datei

  • installierte Java-Laufzeit

  • einen geöffneten Minecraft-Port

In dieser Anleitung verwenden wir als Beispiel Debian oder Ubuntu.

Wann ist ein eigener Minecraft Server auf KVM sinnvoll?

Ein eigener Minecraft Server auf einem KVM-Server ist sinnvoll, wenn du mehr Kontrolle über das System benötigst.

Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn du:

  • mehrere Dienste auf einem Server betreiben möchtest

  • eigene Startparameter verwenden willst

  • spezielle Java-Versionen brauchst

  • eigene Backups und Skripte nutzen möchtest

  • mehrere Minecraft-Instanzen selbst verwalten willst

  • eigene Firewall- oder Proxy-Regeln brauchst

Wenn du möglichst einfach einen Minecraft Server betreiben möchtest, ist ein fertiger Gameserver im INSTANTPANEL meistens bequemer.

Unterschied zum INSTANTPANEL Gameserver

Ein Minecraft Server im INSTANTPANEL ist bereits vorbereitet. Du verwaltest ihn über eine grafische Oberfläche.

Ein Minecraft Server auf einem KVM-Server muss selbst installiert, gestartet, aktualisiert und abgesichert werden.

INSTANTPANEL Gameserver
Minecraft auf KVM-Server

einfache Verwaltung

manuelle Einrichtung

Start und Neustart per Oberfläche

Start per Terminal oder systemd

Dateien über Panel erreichbar

Dateien per SSH/SFTP verwalten

weniger Systemadministration

mehr Eigenverantwortung

ideal für Einsteiger

ideal für fortgeschrittene Nutzer

Schritt 1: Per SSH verbinden

Verbinde dich zuerst per SSH mit deinem KVM-Server.

Beispiel:

ssh root@SERVER-IP

Ersetze SERVER-IP durch die IP-Adresse deines Servers.

Wenn du einen anderen SSH-Port verwendest, gib ihn mit an.

Beispiel:

ssh root@SERVER-IP -p 2222

Schritt 2: System aktualisieren

Aktualisiere zuerst die Paketquellen und installiere verfügbare Updates.

Befehl:

apt update && apt upgrade -y

Ein aktuelles System ist wichtig, damit Sicherheitsupdates und aktuelle Paketversionen installiert sind.

Schritt 3: Java installieren

Minecraft Java Server benötigen Java.

Welche Java-Version du brauchst, hängt von der Minecraft-Version ab.

Minecraft-Version
Empfohlene Java-Version

1.20.5 und neuer

Java 21

1.18 bis 1.20.4

Java 17

1.17

Java 16

1.16.5 und älter

Java 8

Für aktuelle Minecraft-Versionen installierst du Java 21.

Befehl:

apt install openjdk-21-jre-headless -y

Wenn du Java 17 benötigst:

apt install openjdk-17-jre-headless -y

Prüfe danach die installierte Version.

Befehl:

java -version

Schritt 4: Benutzer für Minecraft erstellen

Es ist empfehlenswert, Minecraft nicht dauerhaft als Root-Benutzer auszuführen.

Erstelle einen eigenen Benutzer.

Befehl:

adduser minecraft

Wechsle anschließend zu diesem Benutzer.

Befehl:

su - minecraft

Schritt 5: Serverordner erstellen

Erstelle einen eigenen Ordner für deinen Minecraft Server.

Befehl:

mkdir server

Wechsle in den Ordner.

Befehl:

cd server

Der Serverordner enthält später alle wichtigen Dateien, zum Beispiel:

  • Server-JAR

  • Weltordner

  • Einstellungen

  • Logs

  • Plugin- oder Mod-Dateien

Schritt 6: Minecraft Server-Datei herunterladen

Lade nun die gewünschte Minecraft Server-Datei herunter.

Für Vanilla Minecraft findest du die Server-Datei auf der offiziellen Minecraft-Webseite.

Du kannst die Datei mit wget direkt auf den Server herunterladen.

Beispiel:

wget -O server.jar "DOWNLOAD-LINK"

Ersetze DOWNLOAD-LINK durch den direkten Download-Link der gewünschten Minecraft Server-Version.

Alternativ kannst du die Datei per SFTP in den Serverordner hochladen.

Vanilla, Paper, Spigot, Forge oder Fabric?

Vor der Installation solltest du entscheiden, welche Server-Software du nutzen möchtest.

Server-Software
Zweck

Vanilla

Originaler Minecraft Server ohne Plugins oder Mods

Paper

Optimierter Server mit Plugin-Unterstützung

Spigot

Plugin-Server, häufig für ältere Setups

Bukkit

Grundlage vieler Plugin-Systeme

Forge

Server für Forge-Mods

Fabric

Server für Fabric-Mods

Für die meisten Plugin-Server ist Paper empfehlenswert.

Für Mods brauchst du Forge oder Fabric, je nachdem, welche Mods du verwenden möchtest.

Schritt 7: Server zum ersten Mal starten

Starte den Server einmalig, damit die ersten Dateien erstellt werden.

Befehl:

java -Xms1G -Xmx2G -jar server.jar nogui

Die Werte bedeuten:

Parameter
Bedeutung

-Xms1G

Startet den Server mit 1 GB RAM

-Xmx2G

Erlaubt maximal 2 GB RAM

-jar server.jar

Startet die Server-Datei

nogui

Startet ohne grafische Oberfläche

Passe den RAM an dein gebuchtes Paket und deine Nutzung an.

Beispiel für maximal 4 GB RAM:

java -Xms1G -Xmx4G -jar server.jar nogui

Schritt 8: EULA akzeptieren

Beim ersten Start stoppt der Server normalerweise wieder und erstellt die Datei eula.txt.

Öffne die Datei:

nano eula.txt

Ändere die Zeile:

eula=false

zu:

eula=true

Speichere die Datei und schließe den Editor.

Mit dieser Änderung bestätigst du die Minecraft EULA.

Schritt 9: Server erneut starten

Starte den Server danach erneut.

Befehl:

java -Xms1G -Xmx2G -jar server.jar nogui

Wenn alles korrekt ist, startet der Server und erstellt weitere Dateien.

Dazu gehören unter anderem:

  • server.properties

  • logs

  • world

  • banned-players.json

  • ops.json

  • whitelist.json

Schritt 10: Port in der Firewall öffnen

Der Standardport für Minecraft Java ist 25565.

Wenn du UFW verwendest, öffnest du den Port so:

ufw allow 25565/tcp

Prüfe danach den Firewall-Status:

ufw status

Wenn du einen anderen Port in server.properties verwendest, musst du diesen Port öffnen.

Beispiel:

ufw allow 25570/tcp

Schritt 11: Mit dem Server verbinden

Öffne Minecraft Java Edition und gehe auf Mehrspieler.

Füge deinen Server hinzu.

Serveradresse:

SERVER-IP:25565

Wenn du den Standardport 25565 nutzt, reicht oft auch nur die IP-Adresse.

Beispiel:

123.123.123.123

Wenn du einen anderen Port nutzt:

123.123.123.123:25570

Server im Hintergrund laufen lassen

Wenn du den Server direkt im Terminal startest, stoppt er, sobald du die SSH-Verbindung beendest.

Deshalb solltest du den Server dauerhaft über systemd, screen oder tmux starten.

Für produktive Server ist systemd empfehlenswert.

Minecraft mit systemd einrichten

Mit systemd wird dein Minecraft Server als Dienst eingerichtet. Dadurch kannst du ihn starten, stoppen, neustarten und automatisch beim Systemstart laden.

Wechsle zurück zum Root-Benutzer.

Befehl:

exit

Erstelle eine neue Service-Datei.

Befehl:

nano /etc/systemd/system/minecraft.service

Füge folgenden Inhalt ein:

[Unit]

Description=Minecraft Server

After=network.target

[Service]

User=minecraft

WorkingDirectory=/home/minecraft/server

ExecStart=/usr/bin/java -Xms1G -Xmx2G -jar server.jar nogui

Restart=on-failure

[Install]

WantedBy=multi-user.target

Speichere die Datei.

Lade systemd neu:

systemctl daemon-reload

Server starten:

systemctl start minecraft

Automatischen Start aktivieren:

systemctl enable minecraft

Status prüfen:

systemctl status minecraft

Server stoppen:

systemctl stop minecraft

Server neustarten:

systemctl restart minecraft

RAM richtig einstellen

Beim Start legst du fest, wie viel Arbeitsspeicher Minecraft verwenden darf.

Beispiel:

-Xms1G -Xmx4G

Dabei bedeutet:

Wert
Bedeutung

-Xms1G

Start-RAM

-Xmx4G

maximal erlaubter RAM

Setze -Xmx nicht höher als den tatsächlich verfügbaren Arbeitsspeicher deines Servers.

Der Server benötigt zusätzlich RAM für das Betriebssystem und andere Dienste.

server.properties bearbeiten

Die wichtigsten Einstellungen findest du in der Datei server.properties.

Datei öffnen:

nano /home/minecraft/server/server.properties

Wichtige Einstellungen:

Einstellung
Bedeutung

server-port

Port des Minecraft Servers

max-players

maximale Spieleranzahl

motd

Serverbeschreibung in der Serverliste

difficulty

Schwierigkeit

gamemode

Spielmodus

pvp

PvP aktivieren oder deaktivieren

white-list

Whitelist aktivieren

view-distance

Sichtweite

simulation-distance

Simulationsweite

online-mode

Accountprüfung über Minecraft-Server

Nach Änderungen musst du den Minecraft Server neu starten.

Befehl:

systemctl restart minecraft

OP-Rechte vergeben

OP-Rechte geben einem Spieler administrative Rechte auf dem Minecraft Server.

Wenn der Server läuft, kannst du in der Konsole folgenden Befehl ausführen:

op Spielername

Wenn du systemd verwendest, kannst du Befehle nicht direkt in derselben Konsole eingeben. In diesem Fall kannst du RCON einrichten oder den Server vorübergehend manuell starten.

Alternativ kannst du den Spieler in der Datei ops.json verwalten, wenn du weißt, was du tust.

Whitelist aktivieren

Die Whitelist erlaubt nur eingetragenen Spielern den Zutritt.

In der Minecraft-Konsole:

whitelist on

Spieler hinzufügen:

whitelist add Spielername

Whitelist neu laden:

whitelist reload

Du kannst die Whitelist auch in server.properties aktivieren.

Eintrag:

white-list=true

Danach den Server neu starten.

Backups erstellen

Erstelle regelmäßig Backups deiner Welt und Konfigurationsdateien.

Wichtige Dateien und Ordner:

  • world

  • world_nether

  • world_the_end

  • server.properties

  • ops.json

  • whitelist.json

  • Plugin- oder Mod-Ordner

  • Konfigurationsordner

Ein einfaches Backup kannst du als Archiv erstellen.

Beispiel:

tar -czf minecraft-backup.tar.gz /home/minecraft/server

Speichere Backups möglichst nicht nur auf demselben Server.

Server aktualisieren

Für ein Update ersetzt du in der Regel die Server-JAR durch eine neuere Version.

Vorgehen:

  1. Server stoppen.

  2. Backup erstellen.

  3. Neue Server-Datei herunterladen.

  4. Alte server.jar ersetzen.

  5. Server starten.

  6. Logs prüfen.

Server stoppen:

systemctl stop minecraft

Server starten:

systemctl start minecraft

Wichtig: Aktualisiere nicht blind auf neue Versionen, wenn du Plugins, Mods oder Modpacks verwendest. Diese müssen zur neuen Version passen.

Logs prüfen

Minecraft schreibt Logs in den Ordner logs.

Die aktuelle Logdatei ist meistens:

logs/latest.log

Du kannst die Datei so anzeigen:

tail -f /home/minecraft/server/logs/latest.log

Wenn der Server nicht startet, findest du dort oft die Ursache.

Häufige Probleme

Server startet nicht

Prüfe:

  • ist Java installiert?

  • passt die Java-Version zur Minecraft-Version?

  • heißt die Server-Datei wirklich server.jar?

  • wurde die EULA akzeptiert?

  • ist genug RAM verfügbar?

  • enthält die Konsole eine Fehlermeldung?

Status prüfen:

systemctl status minecraft

Logs anzeigen:

journalctl -u minecraft

Unable to access jarfile

Diese Meldung bedeutet, dass die angegebene JAR-Datei nicht gefunden wurde.

Prüfe:

  • liegt die Datei im richtigen Ordner?

  • heißt die Datei server.jar?

  • stimmt der Pfad in der systemd-Datei?

  • hat der Benutzer Zugriff auf die Datei?

EULA wurde nicht akzeptiert

Wenn der Server wegen der EULA stoppt, prüfe die Datei eula.txt.

Der Eintrag muss so aussehen:

eula=true

Danach den Server neu starten.

Spieler können nicht verbinden

Prüfe:

  • läuft der Server?

  • ist Port 25565 geöffnet?

  • nutzt du die richtige IP-Adresse?

  • blockiert eine Firewall die Verbindung?

  • steht in server.properties ein anderer Port?

  • läuft der Server im Online-Modus?

  • passt die Minecraft-Version?

Outdated server oder Outdated client

Diese Meldungen bedeuten, dass Minecraft Client und Server unterschiedliche Versionen verwenden.

Lösung:

  • Client-Version anpassen

  • Server-Version ändern

  • bei Plugins oder Mods Kompatibilität prüfen

Server laggt

Mögliche Ursachen:

  • zu wenig RAM

  • zu hohe Sichtweite

  • zu viele Entities

  • zu viele Spieler

  • zu viele Plugins oder Mods

  • langsame Weltgenerierung

  • zu viele Redstone-Schaltungen

  • Server läuft zusätzlich mit anderen schweren Diensten

Prüfe zuerst die Auslastung des KVM-Servers.

Befehl:

top

oder:

htop

Falls htop nicht installiert ist:

apt install htop

Sicherheit

Ein Minecraft Server ist öffentlich erreichbar, wenn du ihn für andere Spieler freigibst.

Achte deshalb auf folgende Punkte:

  • Whitelist verwenden, wenn der Server privat ist

  • OP-Rechte nur vertrauenswürdigen Spielern geben

  • regelmäßig Backups erstellen

  • System aktuell halten

  • nur benötigte Ports öffnen

  • keine unbekannten Plugins oder Mods installieren

  • sichere Passwörter verwenden

  • Server nicht dauerhaft als Root ausführen

Support kontaktieren

Wenn du Hilfe benötigst, kontaktiere den Support.

Gib dabei bitte folgende Informationen an:

  • Betriebssystem

  • Minecraft-Version

  • verwendete Server-Software

  • Java-Version

  • genaue Fehlermeldung

  • relevante Logs

  • ob du Vanilla, Paper, Forge oder Fabric verwendest

  • ob der Server über systemd, screen oder manuell gestartet wird

  • welche Änderungen zuletzt vorgenommen wurden

Sende niemals Passwörter, private SSH-Keys oder andere geheime Zugangsdaten an den Support.

Zuletzt aktualisiert