Reverse DNS setzen
Reverse DNS ordnet eine IP-Adresse einem Hostnamen zu.
Normalerweise zeigt DNS von einem Namen auf eine IP-Adresse. Reverse DNS funktioniert in die andere Richtung: Eine IP-Adresse wird auf einen Namen zurückgeführt.
Das ist besonders wichtig, wenn du auf deinem KVM-Server Dienste betreibst, bei denen andere Systeme die Herkunft deines Servers prüfen.
Was ist Reverse DNS?
Bei normalem DNS wird ein Domainname in eine IP-Adresse aufgelöst.
Beispiel:
DNS
server.deinedomain.de zeigt auf 123.123.123.123
Reverse DNS
123.123.123.123 zeigt auf server.deinedomain.de
Reverse DNS wird auch rDNS oder PTR-Record genannt.
Der technische DNS-Eintrag dahinter heißt PTR-Record.
Wofür wird Reverse DNS benötigt?
Reverse DNS wird häufig zur Prüfung von Servern verwendet.
Typische Einsatzzwecke sind:
Mailserver
Monitoring-Systeme
Serveridentifikation
Logauswertung
Anti-Spam-Prüfungen
technische Vertrauensprüfung
Besonders bei Mailservern ist Reverse DNS sehr wichtig. Viele Mailanbieter prüfen, ob die IP-Adresse eines sendenden Servers einen passenden PTR-Record besitzt.
Fehlt ein sinnvoller Reverse-DNS-Eintrag, können E-Mails häufiger im Spam landen oder abgelehnt werden.
Beispiel
Du betreibst einen Mailserver auf deinem KVM-Server.
Dein Server hat die IP-Adresse 123.123.123.123.
Dein gewünschter Hostname lautet mail.deinedomain.de.
Dann sollte Folgendes zusammenpassen:
A-Record
mail.deinedomain.de zeigt auf 123.123.123.123
Reverse DNS / PTR
123.123.123.123 zeigt auf mail.deinedomain.de
Beide Richtungen sollten zueinander passen.
Voraussetzungen
Bevor du Reverse DNS setzt, solltest du prüfen:
du hast Zugriff auf den KVM-Server
du kennst die IP-Adresse des Servers
du besitzt oder verwaltest die Domain
der gewünschte Hostname existiert als DNS-Eintrag
der Hostname zeigt auf die IP-Adresse deines Servers
Der Hostname sollte vollständig sein.
Richtig: server.deinedomain.de
Richtig: mail.deinedomain.de
Falsch: server
Falsch: deinedomain.de, wenn die Hauptdomain nicht direkt als Servername genutzt werden soll
Hostname vorbereiten
Bevor du Reverse DNS setzt, lege zuerst einen passenden DNS-Eintrag für deinen Hostnamen an.
Beispiel für IPv4:
A
server
123.123.123.123
Das ergibt den Hostnamen:
server.deinedomain.de
Beispiel für IPv6:
AAAA
server
2001:db8::1234
Wenn du einen Mailserver betreibst, wird häufig ein Hostname wie mail.deinedomain.de verwendet.
Reverse DNS im Serverpanel setzen
Reverse DNS wird nicht im normalen DNS-Bereich deiner Domain gesetzt, sondern beim Anbieter der IP-Adresse.
Bei deinem KVM-Server setzt du den Reverse-DNS-Eintrag daher im Serverpanel, sofern die Funktion für deinen Dienst verfügbar ist.
Öffne das Serverpanel.
Melde dich mit deiner E-Mail-Adresse und deinem Passwort an.
Wähle deinen KVM-Server aus.
Öffne den Bereich für Netzwerk, IP-Adressen oder Reverse DNS.
Wähle die gewünschte IP-Adresse aus.
Trage den vollständigen Hostnamen ein.
Speichere die Änderung.
Beispielwert:
server.deinedomain.de
Wichtig bei Neukunden
Wenn du dich zum ersten Mal im Serverpanel anmeldest, kann es sein, dass dein Passwort aus dem Kundenportal dort nicht funktioniert.
Deine E-Mail-Adresse wird als Benutzername übermittelt. Dein Passwort wird aus Datenschutzgründen nicht automatisch in das Serverpanel übertragen.
Nutze in diesem Fall im Serverpanel die Funktion Passwort vergessen? und setze einmalig ein Passwort.
Reverse DNS prüfen
Nach dem Speichern kann es einige Zeit dauern, bis der Eintrag überall sichtbar ist.
Du kannst Reverse DNS mit verschiedenen Tools prüfen.
Unter Linux oder macOS:
dig -x 123.123.123.123
oder:
host 123.123.123.123
Unter Windows kannst du zum Beispiel verwenden:
nslookup 123.123.123.123
Wenn alles korrekt eingerichtet ist, sollte als Ergebnis dein gesetzter Hostname angezeigt werden.
Forward-confirmed Reverse DNS
Bei vielen Diensten ist es wichtig, dass DNS und Reverse DNS zusammenpassen.
Das bedeutet:
Die IP-Adresse zeigt per Reverse DNS auf einen Hostnamen.
Dieser Hostname zeigt per DNS wieder zurück auf dieselbe IP-Adresse.
Beispiel:
Reverse DNS
123.123.123.123 zeigt auf mail.deinedomain.de
DNS
mail.deinedomain.de zeigt auf 123.123.123.123
Das nennt man häufig Forward-confirmed Reverse DNS.
Gerade bei Mailservern ist das wichtig.
Reverse DNS für Mailserver
Wenn du einen Mailserver betreiben möchtest, sollte dein Reverse-DNS-Eintrag sauber gesetzt sein.
Empfohlen ist ein eindeutiger Hostname wie:
mail.deinedomain.de
Zusätzlich solltest du für Mailserver auch weitere DNS-Einträge korrekt einrichten:
A-Record oder AAAA-Record
MX-Record
SPF
DKIM
DMARC
PTR / Reverse DNS
Reverse DNS allein reicht nicht aus, damit E-Mails zuverlässig zugestellt werden. Es ist aber ein wichtiger Teil der Mailserver-Konfiguration.
Häufige Fehler
Reverse DNS zeigt noch den alten Wert
DNS-Änderungen brauchen Zeit.
Warte einige Minuten und prüfe später erneut.
Der Hostname wird nicht akzeptiert
Prüfe:
Ist der Hostname vollständig?
Gibt es Tippfehler?
Enthält der Hostname ungültige Zeichen?
Zeigt der Hostname bereits auf die IP-Adresse?
Nutzt du eine Domain, die du kontrollierst?
Ein gültiger Hostname sieht zum Beispiel so aus:
server.deinedomain.de
Reverse DNS funktioniert nicht für meine Domain
Reverse DNS wird nicht beim normalen Domain-DNS gesetzt.
Der PTR-Record wird beim Anbieter der IP-Adresse verwaltet. Deshalb musst du Reverse DNS im Serverpanel oder über den Support setzen, nicht nur in deiner DNS-Zone.
E-Mails landen trotzdem im Spam
Reverse DNS ist nur ein Teil der Mailzustellung.
Prüfe zusätzlich:
SPF-Eintrag
DKIM-Signatur
DMARC-Eintrag
MX-Record
Mailserver-Hostname
Blacklist-Einträge
korrekte HELO/EHLO-Konfiguration
Inhalt und Reputation der versendeten E-Mails
Reverse DNS ist gesetzt, aber Prüfung schlägt fehl
Prüfe, ob der Hostname auch wieder auf die IP-Adresse zeigt.
Beispiel:
mail.deinedomain.de muss per A-Record oder AAAA-Record auf die Server-IP zeigen.
Support kontaktieren
Wenn du Reverse DNS nicht setzen kannst oder der Eintrag nicht übernommen wird, kontaktiere den Support.
Gib dabei bitte folgende Informationen an:
betroffener KVM-Server
IP-Adresse
gewünschter Reverse-DNS-Hostname
Domain, die verwendet werden soll
ob der passende A- oder AAAA-Record bereits gesetzt wurde
Fehlermeldung, falls vorhanden
Sende keine Passwörter oder privaten Zugangsdaten.
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